Montag, 24. März 2008
Gurgaon - Agra und zurück
Taj Mahal hiess das Ziel unseres letzten Wochenendausfluges. Relativ spontan entschieden wir uns dazu an diesem Wochenende vom 01.-02.03.08 nach Agra zu fahren um den Taj Mahal zu besichtigen. Ist ja schon fast Pflichtprogramm dieses eindrückliche Bauwerk zu bestaunen, wenn man schon mal in Indien ist.So bestiegen wir am Samstagmittag das kleine Auto und fuhren los in Richtung Südosten. Die Fahrt ansich war ein wahres Abenteuer. Die Inder behaupten ja oft, dass Europäer nicht fähig seien in ihrem Land selbst zu fahren. Nach diesem Ausflug kann ich auch ein wenig besser verstehen warum. Es braucht neben viel Anpassungsfähigkeit auch etwas Mut, viel, viel Geduld und ein Jahresabo auf der Go-card-Strecke zur Vorbeitung; aber es ist durchaus möglich, wie Dominik beweist. So ist es in Indien zum Beispiel nicht gang und gäbe die Rückspiegel zu benutzen oder nach hinten zu schauen bei einem Überhohlmanöver. Es wir einfach nach vorne geschaut und der Hintere muss auf das reagieren was der Vordere macht. Dieses Fahrverhalten führt dazu, dass im indischen Strassenverkehr sehr oft gehupt wird, um auf sich aufmerksam zu machen und z.B. dem vorherfahrenden Auto zu signalisieren, dass ein Überholmanöver ansteht. So brauchten wir für die Strecke von 200km gute 6 h und waren völlig erschöpft, als wir in Agra einfuhren. Das Schlimmste stand uns allerdings noch bevor. In Agra selbst war das Verkehrschaos noch 1000x grösser als auf dem Rest der Strecke. Am Eingang zu Agra befindet sich ein Bahnübergang, was in Indien ein ganz besonderes Spektakel ist. Ist der Bahnübergang geschlossen bildet sich davor eine grosse Traube aus Autos und zwar auf beiden Spuren (in die selbe Richtung) auf beiden Seiten des Bahnüberganges. Das Chaos das herrscht, wenn sich der Bahnübergang wieder öffnet, kann man sich ja dann vorstellen...Ein paar Beulen und Kratzer später erreichten wir das Zentrum von Agra und somit konnte die Hotelsuche losgehen. Wir hatten uns im vorherein dazu entschlossen in einem guten Hotel zu nächtigen, was in Indien so viel heisst wie 5*****. Auf dem Internet hatte wir einige Angebote herausgesucht und waren sehr erstaunt, als uns der Receptionist das Zimmer zum doppelten Preis verkaufen wollte. Das war dann doch zu teuer und wir machten uns auf den Weg zu einem Internetkaffee um das Angebot übers Internet zu buchen. Erstaunlicherweise hat das auch geklappt und so sind wir zufrieden ins ITC Mughal Agra eingezogen. Den Abend verbrachten wir mit Essen und herumflanieren.Am nächsten Tag hiess es dann auf zum Taj Mahal. Mit einer Velorikshaw liessen wir uns zu diesem einmaligen Palast kutschieren und kauften auf den letzten Metern zum Eingang noch 3 "Taj Mahal Schneieli" für 15 Rs. Man beachte dabei, dass das Startgebot bei 150 Rs lag :-). Vor dem Eingang wartete bereits eine Horde indischer Touristen in einer Schlange. Zum Glück war ich mit meinem Indien Spezialisten unterwegs, der uns geradewegs zum zweiten, kleineren Eingang auf der anderen Seite führte. So betrug unsere Wartezeit anstatt 1h etwa 1min.Das Taj Mahal ist wirklich ein imposantes Bauwerk und wurde von Shah Jahan zur Erinnerung an seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbaut, welche nach der Geburt ihres 14. Kindes im Alter von 38 Jahren verstarb. Auf Grund dieser Tatsache wir das Taj Mahal auch oft als "Denkmal unvergänglicher Liebe" bezeichnet.Nach dem Taj Mahal schauten wir uns auch noch das Red Fort an. Dies hat mir genauso gut gefallen, auch deswegen, weil es da viel weniger Leute hatte. Da wir uns bei der Betrachtung der Bautem sehr viel Zeit gelassen hatten, war es nach dem Red Ford auch schon Zeit die Heimreise anzutreten. So bestiegen wir erneut den kleinen Marutti und fuhren die 200km zurück. Spät in der Nacht kamen wir zu Hause an wo wir sogleich todmüde ins Bett fielen.
Mittwoch, 12. März 2008
Ausflug nach Dehli
Nach einem feinen selbstekochten Nachtessen mit der Mutter, Schwester und Tante von Dominik (die zu der Zeit 3 Wochen Ferien in Indien machten), beschloss ich die drei am nächsten Tag in Dehli zu besuchen und ein wenig mit ihnen um die Häuser zu ziehen.
Pünktlich um 10 Uhr stand mein Fahrer vor dem Haus, welcher mich zum Hotel von Dominik's Familie bringen sollte. Der Fahrer konnte allerdings kaum Englisch und hatte keine Ahnung wo sich dieses Hotel genau befindet. Dies kann aber hier in Indien nicht einfach gesagt werden, sondern es wird einfach mal losgefahren und dann weitergesehen. Zuerst bildet sich aber immer eine Traube aus Indern rund um das Auto, welche alle mitdiskutieren wollen, wohin einem der Fahrer jetzt genau bringen soll...
Nach ca. 20 min sass ich doch noch im Auto und fuhr in Richtung Dehli. Bis zur Central Railway Station in Dehli ging alles gut, doch dann begann die Sucherei nach dem Hotel. Immer wieder hielt der Fahrer an und fragte nach dem Weg. Zum Glück hatte ich den Reiseführer mit einer Karte dieser Gegend dabei und ich konnte mich schnell orientieren. Dies nützte jedoch dem Fahrer nicht allzu viel (da die meisten wie gesagt kaum Englisch verstehen, geschweige denn Karten lesen können), beruhigte mich jedoch ungemein. Immerhin konnte ich im schlimmsten Fall der Fälle aussteigen und zu Fuss gehen :-) Es half mir auch soweit, dass ich meinem Fahrer mitteilen konnte aussenherum zu fahren, als er nach einem Abzweiger in eine falsche Strasse bequatscht wurde, ich müsse aussteigen un eine Rikshaw nehmen.
Nach langer Sucherei fanden wir das Hotel und ich war sogar noch pünktlich. Die 50km lange Fahrt nach Dehli hatte 2 h gedauert (wie eingerechnet :-)
Im Hotel traf ich die Mutter von Dominik (Hanny) mit welcher ich durch die Main Bazar Road zog. Die Main Bazar Road ist ein Erlebniss für sich... viel Spass beim miterleben:
"Ich befinde mich in der ruhigen, schön gekühten Lobby des Hotels. Ein paar wenige Gäste diskutieren mit gedämpften Stimmen miteinander, ansonsten ist es still. Ich schaue aus dem Fenster nach draussen. Die Sicht durch die riesige Fensterfront des Hotels scheint wie die Sicht auf einen überdimensionalen Fernseher ohne Ton zu sein. Auf der anderen Seite der Scheibe herrscht reges treiben. Nach der Begrüssung meiner Begleitung begeben wir uns auf den Weg. Die Hoteltür wird uns von einem Angestellten aufgehalten und wir treten durch die Tür in eine andere Welt...
Es schlägt uns eine Wand aus heisser, schmutziger Luft und lärm entgegen. Wir folgen der Main Bazar Road in Richtung Central Railway Station. Der Weg ist gesäumt mit diversen Läden; Schmuckläden, Stoffläden, aber auch Kleiderläden in denen Sarees (indisches Kleidungstück für die Frau) angeboten werden und vieles mehr. Wir folgen der Strasse, immer wider aufgehalten von den hupenden Motorrikshaws oder den klingelnden Velorikshas die uns ohne Rücksicht auf Verluste fast überfahren. Wir kommen jedoch immer knapp mit dem Leben davon :-). Die Anpreisungen verschiedener Waren die uns von den Stimmen der Strassenhändler ans Ohr getragen werden, hören wir schon bald nicht mehr. Immer wieder kreuzen Bettler unseren Weg. Die Strasse scheint total überfüllt mit Händlern, Käufern, Kindern, Bettlern, hie und da auch ein paar Touristen, mit Rikshaws, Velos, Pferdekarren aber auch anderen kuriosen Gefährten. Die kurze Strecke vom Hotel zur Central Station und wieder zurück nimmt fast zwei Stunden in Anspruch. Unterwegs erwerben wir verschiedenen Schmuck und einige schöne Tücher. Als wir das Restaurant vis a vis des Hotels betreten scheint sich die Tür zur anderen Welt wieder ein wenig zu schliessen. Hier drinnen ist es ruhiger und auch kühler. Ich bestelle mein erstes indisches Essen und lasse mir die letzen 2h nochmals durch den Kopf gehen. Wahrhaftig ein Erlebniss für sich..."
Nach dem Mittagessen wartete bereits der Fahrer auf uns um uns ins Dilli Haat zu bringen. Das Dilli Haat ist ein Markt in Dehli wo Händler aus ganz Indien ihre Waare anbieten. Zwar bezahlt man für diesen Markt 12 Rupie Eintritt ( : 39 = CHF), findet sich jedoch nach Eintrittskontrolle in einem parkähnlichen Gelände mit Ständen wieder. Hier kann man sich stressfrei aufs Einkaufen konzentrieren, das heisst so viel wie keine Angst von den Rikshaws überfahren zu werden. Auch hat es hier wegen des kostenpflichtigen Eintrittes nicht so viele Leute. Es lohnt sich auf alle Fälle das Eintrittsgeld aufzubringen und sich genügend Zeit zu nehmen um bei möglichst vielen Ständen nach dem Preis zu fragen um sich ein genaueres Bild zu schaffen. Mir haben es vorallem die verschiedenen Schals und Stoffe in allen nur erdenklichen Farben angetan, welche hier zu einem absolut ungschlagbar tiefen Preis erworben werden können.
Um 6 Uhr trafen wir Dominik welcher extra fürs Nachtessen hierhergekommen war. Im Dilli Haat gibt es nämlich die Möglichkeit unter freiem Himmel zu essen, was sonst in Dehli und Umgebung eher schwirig ist. Wegen der dreckigen Luft und dem vielen Staub gibt es nämlich sehr selten Restaurants unter freiem Himmel.
Nach dem Nachtessen fuhren wir nach Hause, Dominik und ich nach Gurgaon und Hanny in ihr Hotel zurück. Somit ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Pünktlich um 10 Uhr stand mein Fahrer vor dem Haus, welcher mich zum Hotel von Dominik's Familie bringen sollte. Der Fahrer konnte allerdings kaum Englisch und hatte keine Ahnung wo sich dieses Hotel genau befindet. Dies kann aber hier in Indien nicht einfach gesagt werden, sondern es wird einfach mal losgefahren und dann weitergesehen. Zuerst bildet sich aber immer eine Traube aus Indern rund um das Auto, welche alle mitdiskutieren wollen, wohin einem der Fahrer jetzt genau bringen soll...
Nach ca. 20 min sass ich doch noch im Auto und fuhr in Richtung Dehli. Bis zur Central Railway Station in Dehli ging alles gut, doch dann begann die Sucherei nach dem Hotel. Immer wieder hielt der Fahrer an und fragte nach dem Weg. Zum Glück hatte ich den Reiseführer mit einer Karte dieser Gegend dabei und ich konnte mich schnell orientieren. Dies nützte jedoch dem Fahrer nicht allzu viel (da die meisten wie gesagt kaum Englisch verstehen, geschweige denn Karten lesen können), beruhigte mich jedoch ungemein. Immerhin konnte ich im schlimmsten Fall der Fälle aussteigen und zu Fuss gehen :-) Es half mir auch soweit, dass ich meinem Fahrer mitteilen konnte aussenherum zu fahren, als er nach einem Abzweiger in eine falsche Strasse bequatscht wurde, ich müsse aussteigen un eine Rikshaw nehmen.
Nach langer Sucherei fanden wir das Hotel und ich war sogar noch pünktlich. Die 50km lange Fahrt nach Dehli hatte 2 h gedauert (wie eingerechnet :-)
Im Hotel traf ich die Mutter von Dominik (Hanny) mit welcher ich durch die Main Bazar Road zog. Die Main Bazar Road ist ein Erlebniss für sich... viel Spass beim miterleben:
"Ich befinde mich in der ruhigen, schön gekühten Lobby des Hotels. Ein paar wenige Gäste diskutieren mit gedämpften Stimmen miteinander, ansonsten ist es still. Ich schaue aus dem Fenster nach draussen. Die Sicht durch die riesige Fensterfront des Hotels scheint wie die Sicht auf einen überdimensionalen Fernseher ohne Ton zu sein. Auf der anderen Seite der Scheibe herrscht reges treiben. Nach der Begrüssung meiner Begleitung begeben wir uns auf den Weg. Die Hoteltür wird uns von einem Angestellten aufgehalten und wir treten durch die Tür in eine andere Welt...
Es schlägt uns eine Wand aus heisser, schmutziger Luft und lärm entgegen. Wir folgen der Main Bazar Road in Richtung Central Railway Station. Der Weg ist gesäumt mit diversen Läden; Schmuckläden, Stoffläden, aber auch Kleiderläden in denen Sarees (indisches Kleidungstück für die Frau) angeboten werden und vieles mehr. Wir folgen der Strasse, immer wider aufgehalten von den hupenden Motorrikshaws oder den klingelnden Velorikshas die uns ohne Rücksicht auf Verluste fast überfahren. Wir kommen jedoch immer knapp mit dem Leben davon :-). Die Anpreisungen verschiedener Waren die uns von den Stimmen der Strassenhändler ans Ohr getragen werden, hören wir schon bald nicht mehr. Immer wieder kreuzen Bettler unseren Weg. Die Strasse scheint total überfüllt mit Händlern, Käufern, Kindern, Bettlern, hie und da auch ein paar Touristen, mit Rikshaws, Velos, Pferdekarren aber auch anderen kuriosen Gefährten. Die kurze Strecke vom Hotel zur Central Station und wieder zurück nimmt fast zwei Stunden in Anspruch. Unterwegs erwerben wir verschiedenen Schmuck und einige schöne Tücher. Als wir das Restaurant vis a vis des Hotels betreten scheint sich die Tür zur anderen Welt wieder ein wenig zu schliessen. Hier drinnen ist es ruhiger und auch kühler. Ich bestelle mein erstes indisches Essen und lasse mir die letzen 2h nochmals durch den Kopf gehen. Wahrhaftig ein Erlebniss für sich..."
Nach dem Mittagessen wartete bereits der Fahrer auf uns um uns ins Dilli Haat zu bringen. Das Dilli Haat ist ein Markt in Dehli wo Händler aus ganz Indien ihre Waare anbieten. Zwar bezahlt man für diesen Markt 12 Rupie Eintritt ( : 39 = CHF), findet sich jedoch nach Eintrittskontrolle in einem parkähnlichen Gelände mit Ständen wieder. Hier kann man sich stressfrei aufs Einkaufen konzentrieren, das heisst so viel wie keine Angst von den Rikshaws überfahren zu werden. Auch hat es hier wegen des kostenpflichtigen Eintrittes nicht so viele Leute. Es lohnt sich auf alle Fälle das Eintrittsgeld aufzubringen und sich genügend Zeit zu nehmen um bei möglichst vielen Ständen nach dem Preis zu fragen um sich ein genaueres Bild zu schaffen. Mir haben es vorallem die verschiedenen Schals und Stoffe in allen nur erdenklichen Farben angetan, welche hier zu einem absolut ungschlagbar tiefen Preis erworben werden können.
Um 6 Uhr trafen wir Dominik welcher extra fürs Nachtessen hierhergekommen war. Im Dilli Haat gibt es nämlich die Möglichkeit unter freiem Himmel zu essen, was sonst in Dehli und Umgebung eher schwirig ist. Wegen der dreckigen Luft und dem vielen Staub gibt es nämlich sehr selten Restaurants unter freiem Himmel.
Nach dem Nachtessen fuhren wir nach Hause, Dominik und ich nach Gurgaon und Hanny in ihr Hotel zurück. Somit ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Ankunft in Indien
Um 1:30 h in der Nacht von Freitag auf Samstag (23.02.08) kam ich in Dehli am Flughafen an.
Ich wurde bereits vorgewarnt, dass in Indien die Sachen ein wenig anders laufen können, als wir es uns von der Schweiz her gewohnt sind. Allerdings habe ich zum Teil schon fast vergessen wie das eine oder andere in der Schweiz abläuft, kam mir doch nur schon Sydney so aufgeräumt und sortiert vor. So konnte ich die einstündige Wartezeit vor der Passkontrolle und danach das Weiterwarten auf mein Gepäck entspannt in Angriff nehmen und freute mich umsomehr, als mich Dominik draussen schon freudig erwartete.
Auf dem Weg zum Auto sahen wir eine Horde Inder, die versuchten eine möglichst lange Schlange von "Gepäckwägeli" in einem Stück zu transportieren. Dies war ein lustiger Anblick und auch ein weiteres Beispiel dafür, dass in Indien nicht alles so abläuft, wie wir es uns gewohnt sind. "Warum einfach wenn's auch kompliziert geht", passt in vielerlei Hinsicht zu den kuriosen Ideen, die ich bisher hier erleben durfte. Wäre es doch kein Problem und viel weniger umständlich gewesen, die "Gepäckwägelischlange" unter den 10 mit der Schlange kämpfenden Indern aufzuteilen und das Ganze in einzelnen Stücken zu transportieren. Aber Indien wäre ja nur halb so interessant, wenn es nicht total anders wäre und die Ideen die selben wie in der Schweiz.
Der Fahrer erwartete und bereits auf dem Parkplatz und fuhr uns zur Wohnung von Dominik in Gurgaon (ca. 50km südlich von Dehli), wo ich die nächsten 3 Wochen wohnen werde, bis Dominik seine Arbeit beendet hat und wir zusammen losreisen können.
Wie einige von euch vielleicht bereits bemerkt haben, bin ich früher als ursprünglich geplant in Indien. Ich habe mein Reiseprogramm ein wenig umgestellt und werde nach 2 Monaten Indien (-23.04.08) nach Thailand fliegen. Ob ich von dort aus noch auf dem Überlandweg nach Laos und Vietnam reise steht noch nicht definitiv fest. Ich lasse mich mal überraschen wo mich mein Weg hinführt. :-)
Ich wurde bereits vorgewarnt, dass in Indien die Sachen ein wenig anders laufen können, als wir es uns von der Schweiz her gewohnt sind. Allerdings habe ich zum Teil schon fast vergessen wie das eine oder andere in der Schweiz abläuft, kam mir doch nur schon Sydney so aufgeräumt und sortiert vor. So konnte ich die einstündige Wartezeit vor der Passkontrolle und danach das Weiterwarten auf mein Gepäck entspannt in Angriff nehmen und freute mich umsomehr, als mich Dominik draussen schon freudig erwartete.
Auf dem Weg zum Auto sahen wir eine Horde Inder, die versuchten eine möglichst lange Schlange von "Gepäckwägeli" in einem Stück zu transportieren. Dies war ein lustiger Anblick und auch ein weiteres Beispiel dafür, dass in Indien nicht alles so abläuft, wie wir es uns gewohnt sind. "Warum einfach wenn's auch kompliziert geht", passt in vielerlei Hinsicht zu den kuriosen Ideen, die ich bisher hier erleben durfte. Wäre es doch kein Problem und viel weniger umständlich gewesen, die "Gepäckwägelischlange" unter den 10 mit der Schlange kämpfenden Indern aufzuteilen und das Ganze in einzelnen Stücken zu transportieren. Aber Indien wäre ja nur halb so interessant, wenn es nicht total anders wäre und die Ideen die selben wie in der Schweiz.
Der Fahrer erwartete und bereits auf dem Parkplatz und fuhr uns zur Wohnung von Dominik in Gurgaon (ca. 50km südlich von Dehli), wo ich die nächsten 3 Wochen wohnen werde, bis Dominik seine Arbeit beendet hat und wir zusammen losreisen können.
Wie einige von euch vielleicht bereits bemerkt haben, bin ich früher als ursprünglich geplant in Indien. Ich habe mein Reiseprogramm ein wenig umgestellt und werde nach 2 Monaten Indien (-23.04.08) nach Thailand fliegen. Ob ich von dort aus noch auf dem Überlandweg nach Laos und Vietnam reise steht noch nicht definitiv fest. Ich lasse mich mal überraschen wo mich mein Weg hinführt. :-)
Freitag, 7. März 2008
Herzlichen Dank
Ich möchte mich auf diesem Weg ganz herzlich für eure lieben Geburtstagsglückwünsche bedanken die mich auch hier in Indien erreicht haben.
Merci villmal !!!
Ich habe mich sehr darüber gefreut. Es ist schön zu wissen, dass die Leute zu Hause an einem denken :-)
Achtung: wenn ihr wissen wollt was ich in Brasilien alles erlebt habe, müsst ihr vor dem Telefonnummerneintrag nachlesen. Da ich diesen Bericht schon vor langer Zeit begonnen habe, hat er sich Datumsmässig vorgeschichen.
Merci villmal !!!
Ich habe mich sehr darüber gefreut. Es ist schön zu wissen, dass die Leute zu Hause an einem denken :-)
Achtung: wenn ihr wissen wollt was ich in Brasilien alles erlebt habe, müsst ihr vor dem Telefonnummerneintrag nachlesen. Da ich diesen Bericht schon vor langer Zeit begonnen habe, hat er sich Datumsmässig vorgeschichen.
Sydney (15.02.-22.02.08)
Leider muss ich die Australien Fan's unter euch ein wenig enttäuschen, da mein ohnehin schon kurzer Aufenthalt auf diesem abgelegenen Kontinent durch meine etwas mühsame und hartnäckige Erkältung geprägt war.
Schon in der letzten Nacht in Brasilien hatte ich fast 39 Grad Fieber bekommen, welches dann zum Glück am nächsten Tag fast wieder weg war. Die 30 stündige Reise war da allerdings für meine Gesundheit wohl auch nicht sehr förderlich und so kämpfte ich die folgende Woche mit Halsschmerzen, Husten, Schnupfen und Fieber.
So kam es, dass die geplanten Ausflüge in die Bluemountains und in die umliegenden Nationalparks ins Wasser fielen und sich die Erkundungsmärsche durch die Stadt als sehr anstrengend erwiesen.
Ich kam jedoch trotzdem dazu mir die Stadt ein wenig anzuschauen und auf meinen kurzen mit Pausen übersähten Erkundungstouren kreuzten Sehenswürdigkeiten wie das Opernhaus, die Sydney Harbour Bridge, Darling Harbour, the Rocks mit seinem Sonntagsmarkt, der Sydney Tower, der Royal Botanic Garden u.s.w. meinen Weg.
Mein Hostel war glücklicherwise sehr zentral direkt neben Chinatown gelegen und ich musste keine grösseren Reisen mehr unternehmen um mir das Zentrum anzuschauen.
In dieser Woche verabredete ich mich auch noch mit Annie einer bekannten die in Sydney lebt und wir sind zusammen Essen gegengen. Dieser Abend war sehr unterhaltsam und wir sind über 1h umherspaziert und haben uns Sydney by night angeschaut.
Am 22.02.08 um 12 Uhr hob dann endlich mein langersehnter Flug nach Indien ab.
Schon in der letzten Nacht in Brasilien hatte ich fast 39 Grad Fieber bekommen, welches dann zum Glück am nächsten Tag fast wieder weg war. Die 30 stündige Reise war da allerdings für meine Gesundheit wohl auch nicht sehr förderlich und so kämpfte ich die folgende Woche mit Halsschmerzen, Husten, Schnupfen und Fieber.
So kam es, dass die geplanten Ausflüge in die Bluemountains und in die umliegenden Nationalparks ins Wasser fielen und sich die Erkundungsmärsche durch die Stadt als sehr anstrengend erwiesen.
Ich kam jedoch trotzdem dazu mir die Stadt ein wenig anzuschauen und auf meinen kurzen mit Pausen übersähten Erkundungstouren kreuzten Sehenswürdigkeiten wie das Opernhaus, die Sydney Harbour Bridge, Darling Harbour, the Rocks mit seinem Sonntagsmarkt, der Sydney Tower, der Royal Botanic Garden u.s.w. meinen Weg.
Mein Hostel war glücklicherwise sehr zentral direkt neben Chinatown gelegen und ich musste keine grösseren Reisen mehr unternehmen um mir das Zentrum anzuschauen.
In dieser Woche verabredete ich mich auch noch mit Annie einer bekannten die in Sydney lebt und wir sind zusammen Essen gegengen. Dieser Abend war sehr unterhaltsam und wir sind über 1h umherspaziert und haben uns Sydney by night angeschaut.
Am 22.02.08 um 12 Uhr hob dann endlich mein langersehnter Flug nach Indien ab.
Freitag, 29. Februar 2008
Montag, 18. Februar 2008
Rio de Janeiro (04.02.-13.02.08)
Nach meiner Ankunft in Rio am Flughafen wurde ich von dem netten Taxifahrer erst einmal in die Stadt zum Hause meiner Bekannten gebracht, wo ich herzlich aufgenommen wurde.
Sogleich am ersten Abend hiesse es dann erst ein mal; ab auf die Strasse um das Rio während des Carnevals zu erleben. So zogen wir los in eine Bar um die Ecke. Die Bar schien aus allen nähten zu platzen und der grösste Teil der Barinsassen schien schon das eine oder andere Bierchen oder den einen oder anderen Caipirinha getrunken zu haben. So hat sich ein nicht mehr ganz geradlinig vorwärtsbewegender, vollbartiger, junger Saenger direkt in mich verliebt und wollte mich nicht mehr gehen lassen, als wir nach meinem ersten richtig brasilianischen Caipirinha und einem Empanada brasilianischer Art als Apero, zum Nachtessen aufbrachen. Das Nachtessen verlief etwas ruhiger und es wurde sich schoen brav auf franzoesisch unterhalten, damit ich auch etwas verstand. Im Allgemeinen war mein erster Eindruck vom Carneval in Rio etwa der gleiche wie von der Fasnacht in der Schweiz. Viele betrunkene und eine gute Gelegenheit mal so verrückt wie nur möglich durch die Gegend zu laufen. Allerdings war es schon etwas später und die zweifelhafte Grundverfassung der meisten Leute so zu erklären. Die wichtigsten Unterschiede sind: Es ist viel wärmer, dementsprechend leichter auch die Bekleidung, die Musik ist eine total andere, aber auch die Leute Brasiliens machen den Carneval in Rio zu etwas ganz speziellem.
Die naechsten Tag bis zu meiner Abreise verbrachte ich vorwiegend mit nichtstun. Das heisst soviel wie; viel schlafen, lesen, essen, am Pool liegen, den Carneval geniessen und einige Spaziergänge am Strand und durch die Stadt zu unternehmen. Untenstehend habe ich euch ein paar Highlights meines Rio aufenthaltes genauer beschrieben:
Carneval Party im Sofitel
Am einem Abend hiess es ganz spontanerweise, ob ich Lust hätte an eine Carneval Party zu gehen. Als ich zustimmte, wusste ich noch nicht, was mich da erwarten würde.
Da es eine Carneval-Party war, hiess die Devise erst einmal in eine möglichst ausgefallene Gardarobe zu steigen. Da ich auf meiner Weltreise nicht unbedingt immer ein Carnevalkostüm dabei habe, durfte ich mir ein Kleid von Iracema ausleihen. Das Ergebnis war eine Mischung aus Prinzesschen in rotem Abendkleid mit Hippie Allüren (bildet euch doch eure Meinung selbst und schaut euch die Bilder an, ihr wisst dann schon welches Outfit gemeint ist:-).
Mit dem Taxi gings zum besagten Hotel. Als wir da ankamen, staunte ich nicht schlecht ab all den vornehm gekleideten Damen und Herren und den vielen Presseleuten die da überall umherschlichen. Hintern unseren Masken versteck, schlichen wir uns ins Hotel und genossen dort ein vorzuegliches Essen vom Buffet. Das Essen sowie die Getränke waren alle im Preis inbegriffen und so wurde die ganze Nacht getanzt und gegessen und getrunken. Die Stars und Sternchen, sowie die Presse um mich herum, waren bald vergessen und ich tanzte die ganze Nacht hindurch zu Livebands Samba. Obwohl ich ja keine Ahnung vom Samba habe, hatten alle Leute wahnsinnig Freude daran, dass ich trotzdem mitmachte. Auf der Tanzflaeche tummelte sich jung und alt, die Trommler einer Sambaschule, aber auch die bekannten, halbnackten Sambataenzerinnen (wobei der Carneval nicht nur aus denen besteht, wie in Europa oft angenommen, aber darauf werde ich später noch eingehen).
Obwohl ich die Sprache nicht verstand, habe ich einige sehr nette Bekanntschaften gemacht. Zum einen war da der Pirat, welcher sogar sehr gut Englisch sprach (auch russisch, aber damit konnte ich nicht wirklich viel angfangen), zum andern war da der Tanzlehrer von Iracema, der mir die Schritte ein wenig zeigten. Aber auch die Freundinnen von Iracema kümmerten sich herzlich um mich und entführten mich ab und an wieder auf die Tanzfläche.
Erst ca. um 6 Uhr morgens kehrten wir nach Hause zurück, wo ich sofort todmüde ins Bett viel und einschlief. Alles in allem eine wirklich gelungene Nacht.
Carneval - die 5 besten Sambaschulen
In diesem Bericht möchte ich zuerste einige Informationen voranstellen: Der Carneval in Rio besteht nicht nur aus den halbnackten Taenzerinnen der Sambaschulen sondern aus viel mehr. Zum einen sind da die Umzüge in den Quartieren mit anschliessenden Partys überall in der Stadt, die von den Anwohnern Rios (Cariocas, http://de.wikipedia.org/wiki/Carioca) durchgefuehrt werden, welche Sambatanzend durch die Strassen ziehen und zum anderen ist da der Wettbewerb der Sambaschulen. In diesem Wettbewerb treten jedes Jahr die Sambaschulen von Rio gegeneinander an (dieses Jahr waren es 12) um einen Sieger zu kühren. Dabei widmed sich jede Schule einem anderen Thema zu welchem die passendend Kostüme, die passenden Koreographien aber auch die passenden Liedertexte entworfen werden (Bsp. ein Wagen der ein Gletscher darstellt mit Sambatanzenden Tieren wie Piguinen und Eisbären darauf, Thema: Sorge tragen zu unseren Planeten). Die Vorbereitungen dauern das ganze Jahr hindurch und am Carneval wird alles in einem Umzug vorgeführt. Die 5 besten Sambaschulen dürfen am Samstag nach Beendigung des offiziellen Carnevals, nochmals durchs Sambadromo ziehen und sich feiern lassen. Wenn man diesem Treiben zuschaut, sieht man die Leidenschaft der Leute, mit der sie am Umzug teilnehmen und die sie zu dieser Musik verspühren.
Der offizielle Carneval dauerte dieses Jahr vom 2. bis 5. Februar 08, wobei erst am Sonntag 10. Februar 08 mit den letzten Strassenumzügen der Carneval in Rio ein definitives Ende fand. (Für weitere Informationen: http://www.rio-carnival.net/rio_carnival/rio_carnival_programs.php)
Sambatanzend durchs Quartier
Am Sonntag fanden, wie schon erwähnt, die letzten Umzüge in den Quartieren statt. So auch in Leblon, dem Quartier in dem ich während meines Rio Aufenthaltes wohnte. Da ich mehrmals Interesse bekundet hatte, einen solchen Umzug zu sehen, zogen wir um etwa 14.00 h los. Nach längerem umherirren und Durchfragerei (meine Begleitung war selbst nicht so informiert und organisiert), fanden wir schlussendlich den Treffpunkt, wo der Umzug starten sollte. Wir wurden sogar mit T-Shirts ausgerüstet, was mich schon ahnen liess, dass aus blossem Zuschauen wohl nichts werden würde. Um 16.00 h gings dann los. Die erste Gruppe startete. Da meine Begleitung, die mittlerweilen aus ca. 20 Personen bestand, in tiefe Gespräche vertieft war, wurde der Start ein wenig verpasst. Zum Glück startete aber noch eine zweite Sambagruppe mit der wir tanzend der Strasse am Strand nachzogen. Immer wieder wurde mir von einem aus meiner Begleitungsgruppe ein Bierchen hingehalten, welches von der Strassenverkäuferin, welche mit ihren Styroporboxen neben uns her tanzte, erworben wurde. Diese nette Verkäuferin kümmerte sich ganz rührend um mich un liess mich nicht aus den Augen, stellte sich vo mich, wenn ein fremder mich Ansprach und zeigte mir wie ich mich zur Musik bewegen muss.
An diesem Nachmittag lernte ich viele nette Leute kennen. Unter anderem auch Carole mit der ich sehr viel sprach und dies obwohl sie nur portugiesisch spricht und ich bekanntlich nicht. Mein Spanisch hat mich da wohl gerettet. Das konnte sie nämlich verstehen und ich ihre portugiesische Antwort. Es ist schon verblüffend und wahnsinnig faszinierend, wenn man sich mit Menschen unterhalten kann, obwohl man nicht die selbe Sprache spricht.
Nach dem Umzug bin ich noch mit Carol und ihrer Familie etwas Essen gegangen. Später am Abend haben wir wieder zum Rest der Gruppe gefunden und den Tag mit einem weiteren Bierchen ausklingen lassen.
Ausflug zum Christo
Am Tag vor meiner Abreise, hatte ich mich mit dem Piraten verabredet, den ich an der Party im Sofitel kennengelernt hatte. Er ist gebürtiger Brasilianer und wollte mir daher eine Attraktion seiner Stadt zeigen. Um 16.00 h waren wir vor dem Haus in meiner Strasse verabredet. Doch wie es sich für südamerikanische Verhältnisse gehört, traf man sich erst um 16.30 h am besagten Treffpunkt. :-)
Seine Mutter, die an der Party gesungen hatte und früher eine bekannte Soap Opera Schauspielerin Brasiliens war, begleitete uns auf unserem Trip. Sie stellte sich als Fahrerin zur Verfügung, was die Anreise bedeutend vereinfachte.
Nach ca. 30 minütiger Autofahrt mussten wir das Auto auf einem Parkplatz abstellen und mit dem kostenpflichtigen Bus weiter (Kosten 10 Real = ca. 6.50 Fr.). Wobei sich meine Begleiter wahnsinnig darüber aufregten, dass sie als Bürger Rios mit ihrem Fahrzeug nicht ganz hochfahren durften.
Nach kurzer Busfahrt kamen wir oben an und mussten nur noch einige Stufen bis zum Christo erklimmen. Die Aussicht von da oben ist wirklich überwältigend und da wir einen aussergewöhnlich klaren Tag erwischt hatten, konnte man auch unglaublich weit sehen. Die Grösse Rios wird einem von da erst richtig bewusst. Auch die Tageszeit war ideal. Die Sonne stand schon tiefer und so war es, für brasilianische Verhältnisse auch nicht mehr so heiss.
Nach geraumer Zeit wurden wir und die übriggebliebenen Touristen aufgefordert aufzubrechen und die Anlage zu verlassen.
Zurück in der Stadt wollt mir der Pirat unbedingt noch mehr bieten, da ihn aber seine finanziellen Möglichkeiten einschränkten, liess ich mich zu einem Strandspaziergang überreden, wo ich mir spannende aber auch traurige Geschichten über seinen Russlandaufenthalt anhören durfte. Danach verabschiedete ich mich und ging nach Hause.
Der letzte Abend in Rio sachloss mit einem Nachtessen im Restauran, zusammen mit den Freunden von Iracema, mit stundenlangen Gesprächen in portugisisch/spanisch und mit einer letzten Sambalehrstunde.
Diverses
Das Wetter in Rio war bei meiner Ankunft regnerisch und blieb auch die ersten Tage so. Auch vor meiner Ankunft hatte es lange Zeit geregnet. "Dies sei ganz und gar nicht normal", wurde mir entschuldigend mitgeteilt. Normalerweise kämen allerhöchstens Gewitterschauer vor. Zum Schluss änderte sich das Wetter doch noch und ich konnte Rio bei 35 Grad und Sonnenschein geniessen.
Nichts desto trotz kamen mir bei diesen Aussagen die abnormalen Wetterverhältnisse im Süden Argentiniens (rund um Salta) in den Sinn; In den letzten Wochen meines Argentinienaufenthaltes herrschten dort Regen und Überschwemmungen vor. Auch der harte, kalte und langanhaltende Winter Indiens, welchen ich durch Brumm mitbekommen hatte, ging mir durch den Kopf. Zu guter letzt war auch das Wetter in Sydney so schlecht wie noch nie im Sommer, wie isch später erfahren würde.
Während laut Berichten von Freunden und Familie in der Schweiz ein herrlicher Winter durchlebt werden durfte, scheint auf dem Rest der Welt das Wetter völlig verrückt zu spielen. Trotz aller Tragik dieser Tatsache, konnte ich mich glücklich schätzen, da ich doch an vielen Orten noch einigermassen gutes Wetter erleben durfte.
Caipirinha ist das Nationalgetränk Brasiliens und die Standartversion mit viel Rohrzucker, Eis, Limetten und Cachaca auch in der Schweiz bekannt.
Caipirinha ist mein Lieblingsdrink und so kam ich in Brasilien voll auf meine Kosten. Hier wird der Caipirinha jedoch mit allen nur erdenklichen Früchten gemacht, so dass einem nie langweilig wird :-). Zu meinen Favoriten gehören Caipi mit Passionsfrucht oder mit Lychee. mhhh....
Auch kommen die Drinks oft ungezukert daher und man hat die Möglichkeit nach belieben zu süssen (allerdings oft mit normalem und nicht mit Rohrzucker). Der selbe Drink kann auch mit Vodka anstatt Cachaca gemixt werden (=Caipiroshka), in Brasilien auch sehr geläufig. Na also dann... Proscht!!! (http://de.wikipedia.org/wiki/Caipirinha)
Sogleich am ersten Abend hiesse es dann erst ein mal; ab auf die Strasse um das Rio während des Carnevals zu erleben. So zogen wir los in eine Bar um die Ecke. Die Bar schien aus allen nähten zu platzen und der grösste Teil der Barinsassen schien schon das eine oder andere Bierchen oder den einen oder anderen Caipirinha getrunken zu haben. So hat sich ein nicht mehr ganz geradlinig vorwärtsbewegender, vollbartiger, junger Saenger direkt in mich verliebt und wollte mich nicht mehr gehen lassen, als wir nach meinem ersten richtig brasilianischen Caipirinha und einem Empanada brasilianischer Art als Apero, zum Nachtessen aufbrachen. Das Nachtessen verlief etwas ruhiger und es wurde sich schoen brav auf franzoesisch unterhalten, damit ich auch etwas verstand. Im Allgemeinen war mein erster Eindruck vom Carneval in Rio etwa der gleiche wie von der Fasnacht in der Schweiz. Viele betrunkene und eine gute Gelegenheit mal so verrückt wie nur möglich durch die Gegend zu laufen. Allerdings war es schon etwas später und die zweifelhafte Grundverfassung der meisten Leute so zu erklären. Die wichtigsten Unterschiede sind: Es ist viel wärmer, dementsprechend leichter auch die Bekleidung, die Musik ist eine total andere, aber auch die Leute Brasiliens machen den Carneval in Rio zu etwas ganz speziellem.
Die naechsten Tag bis zu meiner Abreise verbrachte ich vorwiegend mit nichtstun. Das heisst soviel wie; viel schlafen, lesen, essen, am Pool liegen, den Carneval geniessen und einige Spaziergänge am Strand und durch die Stadt zu unternehmen. Untenstehend habe ich euch ein paar Highlights meines Rio aufenthaltes genauer beschrieben:
Carneval Party im Sofitel
Am einem Abend hiess es ganz spontanerweise, ob ich Lust hätte an eine Carneval Party zu gehen. Als ich zustimmte, wusste ich noch nicht, was mich da erwarten würde.
Da es eine Carneval-Party war, hiess die Devise erst einmal in eine möglichst ausgefallene Gardarobe zu steigen. Da ich auf meiner Weltreise nicht unbedingt immer ein Carnevalkostüm dabei habe, durfte ich mir ein Kleid von Iracema ausleihen. Das Ergebnis war eine Mischung aus Prinzesschen in rotem Abendkleid mit Hippie Allüren (bildet euch doch eure Meinung selbst und schaut euch die Bilder an, ihr wisst dann schon welches Outfit gemeint ist:-).
Mit dem Taxi gings zum besagten Hotel. Als wir da ankamen, staunte ich nicht schlecht ab all den vornehm gekleideten Damen und Herren und den vielen Presseleuten die da überall umherschlichen. Hintern unseren Masken versteck, schlichen wir uns ins Hotel und genossen dort ein vorzuegliches Essen vom Buffet. Das Essen sowie die Getränke waren alle im Preis inbegriffen und so wurde die ganze Nacht getanzt und gegessen und getrunken. Die Stars und Sternchen, sowie die Presse um mich herum, waren bald vergessen und ich tanzte die ganze Nacht hindurch zu Livebands Samba. Obwohl ich ja keine Ahnung vom Samba habe, hatten alle Leute wahnsinnig Freude daran, dass ich trotzdem mitmachte. Auf der Tanzflaeche tummelte sich jung und alt, die Trommler einer Sambaschule, aber auch die bekannten, halbnackten Sambataenzerinnen (wobei der Carneval nicht nur aus denen besteht, wie in Europa oft angenommen, aber darauf werde ich später noch eingehen).
Obwohl ich die Sprache nicht verstand, habe ich einige sehr nette Bekanntschaften gemacht. Zum einen war da der Pirat, welcher sogar sehr gut Englisch sprach (auch russisch, aber damit konnte ich nicht wirklich viel angfangen), zum andern war da der Tanzlehrer von Iracema, der mir die Schritte ein wenig zeigten. Aber auch die Freundinnen von Iracema kümmerten sich herzlich um mich und entführten mich ab und an wieder auf die Tanzfläche.
Erst ca. um 6 Uhr morgens kehrten wir nach Hause zurück, wo ich sofort todmüde ins Bett viel und einschlief. Alles in allem eine wirklich gelungene Nacht.
Carneval - die 5 besten Sambaschulen
In diesem Bericht möchte ich zuerste einige Informationen voranstellen: Der Carneval in Rio besteht nicht nur aus den halbnackten Taenzerinnen der Sambaschulen sondern aus viel mehr. Zum einen sind da die Umzüge in den Quartieren mit anschliessenden Partys überall in der Stadt, die von den Anwohnern Rios (Cariocas, http://de.wikipedia.org/wiki/Carioca) durchgefuehrt werden, welche Sambatanzend durch die Strassen ziehen und zum anderen ist da der Wettbewerb der Sambaschulen. In diesem Wettbewerb treten jedes Jahr die Sambaschulen von Rio gegeneinander an (dieses Jahr waren es 12) um einen Sieger zu kühren. Dabei widmed sich jede Schule einem anderen Thema zu welchem die passendend Kostüme, die passenden Koreographien aber auch die passenden Liedertexte entworfen werden (Bsp. ein Wagen der ein Gletscher darstellt mit Sambatanzenden Tieren wie Piguinen und Eisbären darauf, Thema: Sorge tragen zu unseren Planeten). Die Vorbereitungen dauern das ganze Jahr hindurch und am Carneval wird alles in einem Umzug vorgeführt. Die 5 besten Sambaschulen dürfen am Samstag nach Beendigung des offiziellen Carnevals, nochmals durchs Sambadromo ziehen und sich feiern lassen. Wenn man diesem Treiben zuschaut, sieht man die Leidenschaft der Leute, mit der sie am Umzug teilnehmen und die sie zu dieser Musik verspühren.
Der offizielle Carneval dauerte dieses Jahr vom 2. bis 5. Februar 08, wobei erst am Sonntag 10. Februar 08 mit den letzten Strassenumzügen der Carneval in Rio ein definitives Ende fand. (Für weitere Informationen: http://www.rio-carnival.net/rio_carnival/rio_carnival_programs.php)
Sambatanzend durchs Quartier
Am Sonntag fanden, wie schon erwähnt, die letzten Umzüge in den Quartieren statt. So auch in Leblon, dem Quartier in dem ich während meines Rio Aufenthaltes wohnte. Da ich mehrmals Interesse bekundet hatte, einen solchen Umzug zu sehen, zogen wir um etwa 14.00 h los. Nach längerem umherirren und Durchfragerei (meine Begleitung war selbst nicht so informiert und organisiert), fanden wir schlussendlich den Treffpunkt, wo der Umzug starten sollte. Wir wurden sogar mit T-Shirts ausgerüstet, was mich schon ahnen liess, dass aus blossem Zuschauen wohl nichts werden würde. Um 16.00 h gings dann los. Die erste Gruppe startete. Da meine Begleitung, die mittlerweilen aus ca. 20 Personen bestand, in tiefe Gespräche vertieft war, wurde der Start ein wenig verpasst. Zum Glück startete aber noch eine zweite Sambagruppe mit der wir tanzend der Strasse am Strand nachzogen. Immer wieder wurde mir von einem aus meiner Begleitungsgruppe ein Bierchen hingehalten, welches von der Strassenverkäuferin, welche mit ihren Styroporboxen neben uns her tanzte, erworben wurde. Diese nette Verkäuferin kümmerte sich ganz rührend um mich un liess mich nicht aus den Augen, stellte sich vo mich, wenn ein fremder mich Ansprach und zeigte mir wie ich mich zur Musik bewegen muss.
An diesem Nachmittag lernte ich viele nette Leute kennen. Unter anderem auch Carole mit der ich sehr viel sprach und dies obwohl sie nur portugiesisch spricht und ich bekanntlich nicht. Mein Spanisch hat mich da wohl gerettet. Das konnte sie nämlich verstehen und ich ihre portugiesische Antwort. Es ist schon verblüffend und wahnsinnig faszinierend, wenn man sich mit Menschen unterhalten kann, obwohl man nicht die selbe Sprache spricht.
Nach dem Umzug bin ich noch mit Carol und ihrer Familie etwas Essen gegangen. Später am Abend haben wir wieder zum Rest der Gruppe gefunden und den Tag mit einem weiteren Bierchen ausklingen lassen.
Ausflug zum Christo
Am Tag vor meiner Abreise, hatte ich mich mit dem Piraten verabredet, den ich an der Party im Sofitel kennengelernt hatte. Er ist gebürtiger Brasilianer und wollte mir daher eine Attraktion seiner Stadt zeigen. Um 16.00 h waren wir vor dem Haus in meiner Strasse verabredet. Doch wie es sich für südamerikanische Verhältnisse gehört, traf man sich erst um 16.30 h am besagten Treffpunkt. :-)
Seine Mutter, die an der Party gesungen hatte und früher eine bekannte Soap Opera Schauspielerin Brasiliens war, begleitete uns auf unserem Trip. Sie stellte sich als Fahrerin zur Verfügung, was die Anreise bedeutend vereinfachte.
Nach ca. 30 minütiger Autofahrt mussten wir das Auto auf einem Parkplatz abstellen und mit dem kostenpflichtigen Bus weiter (Kosten 10 Real = ca. 6.50 Fr.). Wobei sich meine Begleiter wahnsinnig darüber aufregten, dass sie als Bürger Rios mit ihrem Fahrzeug nicht ganz hochfahren durften.
Nach kurzer Busfahrt kamen wir oben an und mussten nur noch einige Stufen bis zum Christo erklimmen. Die Aussicht von da oben ist wirklich überwältigend und da wir einen aussergewöhnlich klaren Tag erwischt hatten, konnte man auch unglaublich weit sehen. Die Grösse Rios wird einem von da erst richtig bewusst. Auch die Tageszeit war ideal. Die Sonne stand schon tiefer und so war es, für brasilianische Verhältnisse auch nicht mehr so heiss.
Nach geraumer Zeit wurden wir und die übriggebliebenen Touristen aufgefordert aufzubrechen und die Anlage zu verlassen.
Zurück in der Stadt wollt mir der Pirat unbedingt noch mehr bieten, da ihn aber seine finanziellen Möglichkeiten einschränkten, liess ich mich zu einem Strandspaziergang überreden, wo ich mir spannende aber auch traurige Geschichten über seinen Russlandaufenthalt anhören durfte. Danach verabschiedete ich mich und ging nach Hause.
Der letzte Abend in Rio sachloss mit einem Nachtessen im Restauran, zusammen mit den Freunden von Iracema, mit stundenlangen Gesprächen in portugisisch/spanisch und mit einer letzten Sambalehrstunde.
Diverses
Das Wetter in Rio war bei meiner Ankunft regnerisch und blieb auch die ersten Tage so. Auch vor meiner Ankunft hatte es lange Zeit geregnet. "Dies sei ganz und gar nicht normal", wurde mir entschuldigend mitgeteilt. Normalerweise kämen allerhöchstens Gewitterschauer vor. Zum Schluss änderte sich das Wetter doch noch und ich konnte Rio bei 35 Grad und Sonnenschein geniessen.
Nichts desto trotz kamen mir bei diesen Aussagen die abnormalen Wetterverhältnisse im Süden Argentiniens (rund um Salta) in den Sinn; In den letzten Wochen meines Argentinienaufenthaltes herrschten dort Regen und Überschwemmungen vor. Auch der harte, kalte und langanhaltende Winter Indiens, welchen ich durch Brumm mitbekommen hatte, ging mir durch den Kopf. Zu guter letzt war auch das Wetter in Sydney so schlecht wie noch nie im Sommer, wie isch später erfahren würde.
Während laut Berichten von Freunden und Familie in der Schweiz ein herrlicher Winter durchlebt werden durfte, scheint auf dem Rest der Welt das Wetter völlig verrückt zu spielen. Trotz aller Tragik dieser Tatsache, konnte ich mich glücklich schätzen, da ich doch an vielen Orten noch einigermassen gutes Wetter erleben durfte.
Caipirinha ist das Nationalgetränk Brasiliens und die Standartversion mit viel Rohrzucker, Eis, Limetten und Cachaca auch in der Schweiz bekannt.
Caipirinha ist mein Lieblingsdrink und so kam ich in Brasilien voll auf meine Kosten. Hier wird der Caipirinha jedoch mit allen nur erdenklichen Früchten gemacht, so dass einem nie langweilig wird :-). Zu meinen Favoriten gehören Caipi mit Passionsfrucht oder mit Lychee. mhhh....
Auch kommen die Drinks oft ungezukert daher und man hat die Möglichkeit nach belieben zu süssen (allerdings oft mit normalem und nicht mit Rohrzucker). Der selbe Drink kann auch mit Vodka anstatt Cachaca gemixt werden (=Caipiroshka), in Brasilien auch sehr geläufig. Na also dann... Proscht!!! (http://de.wikipedia.org/wiki/Caipirinha)
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